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Störungen an den Eierstöcken

Unter normalen Umständen entwickelt sich jeden Monat ein Follikel in den Eierstöcken und wird dann nach der Reifung von den Eierstöcken abgestoßen und somit entsteht die Ovulation.

Anovulation ist der Zustand, daß sich kein Ei bildet. Anovulation ist eines der hauptsächlichen Gründe der Unfruchtbarkeit und Menstruationsstörungen. Es kann dazu kommen, daß trotz einer Menstruation, die Ovulation nicht stattfindet.

Bei unregelmäßigem Eiabstoß ändert sich der Tag der Eibildung. Dies ist bei 5 bis 25 %
der Unfruchtbarkeitsfälle.

Mittels folgenden Tests kann festgestellt werden, ob eine Ovulation bei einer Frau stattfindet
oder nicht:

  • Ovulationsbeobachtung mittels Ultraschall
  • Auswertung des Hormonspiegels im Serum (Am 19., 21. und 23. Tag der Menstruation)
  • Auswertung der Basis-Körperwärme
  • Entnahme einer Probe aus der Gebärmutter vor der Menstruation und dessen pathologische Untersuchung.

Wenn festgestellt wird, daß keine Eientwicklung stattfindet, wird eine medikale Behandlung eingeleitet. Es wird bei mehr als 80% der Frauen durch Ovulationsmedikamente eine Eibildung erreicht. Soweit keine andere Störung vorhanden, wird bei mehr als der Hälfte der Fälle in den ersten 6 Monaten eine Schwangerschaft erreicht.

Störungen der FALLOPschen Röhre

Störungen in den Röhren stellen 35% der Unfruchtbarkeitsgründe dar.

Verstopfungen in den Röhren, das Vorhandensein von Klebrigkeit, Schäden in den Röhren duch Tuberkulose, Verdickungen- Verschlingung und Verknotungen in den Röhren,  können dazu führen, daß die Röhren ihre Aufgaben nicht erfüllen können. Manchmal können mukose Blockierer, durch den Druck der verabreichten radioopak Substanz während einer HSG, entfernt werden.  Daher muß davor gewarnt werden, daß nach einer HSG eine eigenständige Schwangerschaft entstehen kann. Zur Bestätigung von bei der HSG gesehenen Anomalien und deren Behandlung, kann eine Hystereskopie durchgeführt werden..

Störungen in der Gebärmutter

Die innere Schleimhaut der Gebärmutter, ist die Stelle, wo sich der Embryo als erstes einnistet und die ersten erforderlichen Stoffe zur Weiterentwicklung erhält. Daß die Gebärmutterschleimhaut keine ausreichende Dicke hat oder Polyp genannte Wucherungen, Myome und Verklebungen in der Gebärmutter vorhanden sind, können verhindern, daß sich das Embryo hier anheften und einnisten kann. Es muss untersucht werden, ob Verklebungszustände in der Gebärmutter, der Zustand der Gebärmutterhöhle und Myome vorhanden sind oder nicht. Hysteroskopie ist hierfür die wirksamste Erkennungs- und Behandlungsmethode.

Störungen im Cervix

Samenzellen tötende oder auch unbeweglich machende Sekrete (Antikörper), können sich in der Cervikal Mukose, auf der Samenoberfläche, in der Samenflüssigkeit oder auch bei allen dreien befinden. Cervikal Mukose der Frau, Samenzellen des Mannes und beider Blut werden, zur Feststellung dieser Antikörper, untersucht. Die einfachste Behandlungsmethode ist die Insemination, bei der schnelle und bewegliche Samenzellen, die mit speziellen Vorbereitungstechniken erhalten werden, in die Gebärmutter zu injektieren. Falls nach drei oder mehr Inseminationen keine Schwangerschaft auftreten sollte, kann zu IVF oder Mikroinjektion übergegangen werden.

Störungen am Bauchfell

Verbreitete Klebrigkeit am Bauchfell kann dazu führen, daß die Eier nicht vom Eileiter aufgefangen werden können und somit zur Unfruchtbarkeit.. Zur Erkennung wird Laparoskopie angewandt. Laparoskopie ist ein chirurgischer Eingriff, der ermöglicht Einblick in die inneren Organe zu haben und falls möglich, diese zu behandeln. Durch Laparaskopie festgestellte Endometriosis ist bei 35% der Frauen  Grund einer einseitigen Unfruchtbarkeit.

Nicht definierbare Unfruchtbarkeit und selten auftretende Faktoren

Falls, trotz aller Untersuchungen der Grund für eine Unfruchtbarkeit nicht erkannt werden kann, wird dies als eine Nicht Definierbare Unfruchtbarkeit bezeichnet. Bei einer nicht definierbaren Unfruchtbarkeit werden Inktion und Ovulationsinduktion durchgeführt, aber die Erfolgschancen sind gering.

Altersfaktor

In den Folgejahren der ersten Menstruation ist die Wahrscheinlickeit einer Schwangerschaft nicht hoch. Unter normalen Umständen, besteht die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft für ein junges Paar, das nicht verhütet, im ersten Jahr bei 80%, im zweiten Jahr bei 10%, im dritten Jahr bei 1,2% und im vierten Jahr bei 0,6%. Bei Frauen über 40 Jahren ist die Schwangerschaftswahrsheinlichkeit weitgehend niedrig. Obwohl die Menstruationszyklen generell normal sind, fällt im Alter von 40 und mehr der Anteil einer Schwangerschaft unter 10%. Obwohl sich Eier bilden und eine Ovulation stattfindet ist die Befruchtung der Eier recht schwierig. Es muß auch beachtet werden, daß aufgrund des weitgeschrittenen Alters der Mutter, Risiken einer kromosomalen Anomalie beim Baby und einer Fehlgeburt sich erhöhen.

Unfruchtbarkeitstests
Angewandte Unfruchtbarkeitstest bei Frauen

Hormon Tests

Eine der wichtigsten Untersuchungen bei Frauen ist die Festellung der Hormonspiegel, die die Fortpflanzung betreffen. LH-FSH Ratio, LH, Östradiol, Prolaktin, Testosteron, DHEA – S und TSH geben wichtige Schlüsse über die Fortpflanzung und werden zwischen dem 2. und 4. Tag der Menstruation durchgeführt. Patienten mit hohem FSH-Wert sollten darauf aufmerksam gemacht werden, die Behandlung zu beschleunigen. Denn hohe FSH-Werte deuten auf Schwächung der Eierstockfunktionen hin.

Hysterometrie

Bei allen Behandlungen während eines  Retortenbaby-Programmes ist es wichtig die Anatomie des Uterus (Gebärmutter) zu kennen. Zu diesem Zweck wird die Messung des Gebärmuttermundes und der Tiefe der Gebärmutter mit einer Metallstange (Hytometrie), indem es an der Gebärmutteröffnung bis zum Erreichen der Gebärmutterdecke eingeführt wird, gemacht. Es können hierbei, welches als ein Teil der gynäkologischen Untersuchung erachtet werden kann, leichte Schmerzen auftreten.

Laparoskopie

Es ist eine Methode, die unter Vollnarkose, mittels Einführung eines fiberoptischen Teleskops in den Bauch durch ein 1 bis 2 cm großes Loch, bei der detaillierte Untersuchungen durchgeführt werden können und wenn nötig chirurgische Eingriffe ermöglicht werden. Außer dessen Wert als Erkennungsmaßnahme wird es auch, wenn nötig, bei der Behandlung vieler Frauenbeschwerden wie Endometriosis, Eierstockgeschwulsten, Extrauterine Schwangerschaften, Innenbauch-Verklebungen und Myomen eingesetzt.

Verfolgung der Ovulation

Derzeitig die aufschlußreichste Methode einer Verfolgung der Ovulation, ist die Visualisierung der Eierstöcke und der Eientwicklung duch Ultraschallgrafik (USG). Die am 3. oder 4. Tag der Menstruationblutung vorgenommene USG bildet die Basis zur Verfolgung der Eientwicklung während dieser Zeit und ist wichtig bei der Feststellung von Geschwulsten. Mit der täglichen Durchführung der Untersuchung, ab dem 8. bis 10. Tag, kann man die Reifung des Eies (18-24mm) beobachten. Eier mit diesem Durchmesser haben die Ovulationsphase erreicht. Diese Untersuchung ergibt bei unfruchtbaren Paaren auch Aufschlüsse über die Eierstöcke und den Zustand der Gebärmutter.

HSG (Gebärmutter-Filmung)

Als einer der wichtigsten Tests bei Unfruchtbarkeitserkennung ist Hysterosalpigographie (HSG) auch eine der wichtigsten Untersuchungen für die visuelle Darstellung der Gebärmutter und der Fortpflanzungskanäle vor dem Beginn irgendeiner Behandlung. Es ist die Methode der visuellen Darstellung der Gebärmutter und der Fortpflanzungskanäle, bei der farbige Flüssigkeit durch den Gebärmuttermund verabreicht wird. An blockierten und verklebten Stellen der Kanäle kann kein Flüssigkeitsdurchgang beobachtet werden. Dieser Vorgang, der keiner Anästhesie bedarf, kann leichte Schmerzen verursachen.

Hysteroskopie

Es ist das wirksamste Verfahren zur Auswertung der Gebärmutter. Es dient nicht nur Erkennungszwecken, sondern ermöglicht auch kleinere chirurgische Eingriffe in der Gebärmutter. Der Vorgang findet generell unter Vollnarkose statt. Es ist ein einfacher aber wirksamer Eingriff, der vor allem bei der Behandlung von Scheidewänden, Polypen und Myomen verwendet werden kann.

Eierstockreserven

Bei der Geburt hat ein Mädchen 1 bis 2 millionen Eier in ihren Eierstöcken. Bis zur ersten Menstruation vermindern sie sich bis 400.000. Von der ersten Menstruation bis zur Menopose erreichen in jeder Periode ein paar Eier den Reifezustand. Die Eierstockreserve ist die Anzahl der Eier in den Eierstöcken. Obwohl die Eierstockreserve von Frau zu Frau variiert, ist es so, daß sie sich mit schreitendem Alter vermindert. Die Feststellung der Eierstockreserven ist vor allem bei Patienten wichtig, bei denen eine Retortenbehandlung, Mikroinjektion vorgenommen werden soll. Denn bei diesen Behandlungen wird angestrebt soviele und so qualitative Eier wie möglich erhalten zu können. Wenn die Eierstockreserven niedrig sind, könnte es dazu kommen, daß nicht ausreichend Eier entnommen werden können und daß die Behandlung fehlschlägt. Zur Feststellung der Eierstockreserven sind verschiedene Hormontests (LH-FSH Ratio, Estradiol u.s.w.) und Ultraschalluntersuchungen notwendig. Nachdem die Eierstockreserven festgestellt wurden, kann man diese nicht erhöhen oder behandeln. Es gibt nur einen Leitfaden zur weiteren Behandlung.

Sonstige Faktoren, die die Eierstockreserven vermindern :

Entnahme von einem der Eierstöcke aus verschiedenen Gründen
Geschwulste in den Eierstöcken, die Gewebeverluste verursachen
Extreme Verklebungen, die auf vorhergegangene Infektionen oder Operationen beruhen
Eiterungen in den Eierstöcken und Infektionen
Endometriosis
Längere Aussetzung einer Radioaktivität
Chemotherapie oder Radiotherapie-Behandlungen
Rauchen

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